Laudatio

von Herrn Dr. med. Norbert Lorenz, gehalten zum Festabend der Jahrestagung der Sächsisch-Thüringischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und Kinderchirurgie am 16. April 2010 in Erfurt

Sehr geehrter Herr Professor Leupold, meine sehr verehrten Damen und Herren,

die Mitgliederversammlung unserer Gesellschaft hat im vorigen Jahr Herrn Professor Dr. Wolfgang Leupold zum Ehrenmitglied gewählt.

Es ist mir eine große Freude, Ihnen, lieber Herr Professor Leupold, heute anläßlich der Jahrestagung unserer Gesellschaft in Erfurt die damit verbundene Urkunde und Blumen übereichen zu dürfen.

Herr Professor Leupold wurde in Chemnitz geboren, nach Meinung engster Weggefährten erklärt diese Herkunft seine überdurchschnittliche Arbeitsintensität, die Begeisterung für neue technische und naturwissenschaftliche Entwicklungen und für die Kunst. Nach dem Abitur studierte er bis zum Physikum in Leipzig, später in Dresden an der Medizinischen Akademie Medizin und absolvierte ein Assistenzjahr in Quedlinburg. Bereits im Jahr des Studienabschlusses 1964 promovierte er zum Thema „Untersuchungen über den O2-Verbrauch bei Intervallbelastungen“. Damit war der Grundstein gelegt zum weiteren beruflichen Lebensweg. Folgerichtig erwarb Herr Professor Leupold nach der Facharztausbildung in Dresden die Teilgebietsbezeichnung Kinder-, Lungen- und Bronchialheilkunde sowie die Zusatzbezeichnung Allergologie, Umweltmedizin und Sportmedizin. Seit der Gründung der Abteilung für Pädiatrische Bronchopneumologie an der Kinderklinik der Dresdner Akademie im Jahr 1976 gehörte er dieser an, nur zwei Jahre später bereits als stellvertretender Abteilungsleiter.

Im Jahr 1980 habilitierte er sich zum Thema „Untersuchungen zur bronchialen Reaktivität bei Kindern mit rezidivierenden und chronischen Erkrankungen der Atemwege und der Lunge“, einer Arbeit, die 1982 mit dem Schlossmann-Preis der Gesellschaft für Pädiatrie der DDR ausgezeichnet wurde.

Nach der 1987 erfolgten Ernennung zum Dozenten für Kinderheilkunde lehrte Herr Leupold erfolgreich für ein Jahr als Associate Professor am Gondar College of Medical Sciences in Äthiopien. Die Liebe zum afrikanischen Kontinent hat ihn seitdem nicht mehr losgelassen. Erst nach der politischen Wende wurde ihm der Titel eines außerplanmäßigen Professors für Pädiatrie an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden verliehen. Wir Dresdner Studenten und Assistenten profitierten enorm von seinem Erfahrungsschatz, seiner theoretischen Expertise und den exzellenten Vorlesungen.

Von 1994 bis 2003 wirkte er als Stellvertretender Klinikdirektor der Dresdner Universitätskinderklinik. Die Planung und Umsetzung des Neubaus des Kinder- und Frauenzentrums des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus ist wesentlich seiner unermüdlichen Tätigkeit in dieser Funktion zu verdanken.

Neben allen Aspekten der pädiatrischen Pneumologie und Allergologie haben ihn immer auch Probleme der allgemeinen Pädiatrie beschäftigt. Aus diesem Interesse rühren das Engagement für Impffragen, das in der Mitarbeit in der Sächsischen Impfkommission mündete sowie die Mitgliedschaft in der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft. Herrn Professor Leupolds Interesse für die Prävention des plötzlichen Säuglingstodes führte zu entscheidenden Impulsen für die Einrichtung des ersten Dresdner Kinderschlaflabors. Die Arbeit der Sächsischen Landesärztekammer unterstützte er maßgeblich als langjähriger Stellvertretender Vorsitzender der Weiterbildungskommission sowie als Vorsitzender der Prüfungskommissionen für Kinder- und Jugendheilkunde, für Allergologie sowie für Kinder-, Lungen- und Bronchialheilkunde. Seine besondere Verantwortung und Sorge für das Wohl der Kinder spiegelte sich in der Entscheidung wider, nach der Berentung von 2006 bis 2008 als Chefarzt der Kinderklinik Pirna zu wirken und damit den Erhalt dieser Klinik für die Eltern und Kinder der Region Sächsische Schweiz zu sichern.

Herrn Professor Leupolds wissenschaftliche Tätigkeit spiegelt sich in der Autorenschaft von weit über 150 wissenschaftlichen Zeitschriftenbeiträgen, zahlreichen Buchbeiträgen und unzähligen weiteren Publikationen wider.

Sehr geehrter Herr Professor Leupold, die Dresdner Kinder verdanken Ihnen die erfolgreiche Fortsetzung und den Ausbau der traditionellen Spezialität der Dresdner Universitätskinderklinik, der Kinderpneumologie und -allergologie. Wir Kinderärzte hatten das Glück, Sie als erfahrenen und beispielgebenden Lehrer erleben zu dürfen. Mit Ihrem Einsatz für die Belange der Kinderheilkunde und mit Ihrem Engagement für die Wiedergründung unserer Gesellschaft nach der politischen Wende in Ostdeutschland haben Sie in besonderem Maße die Ziele unserer Gesellschaft verfolgt. Die Sächsisch-Thüringische Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und Kinderchirurgie dankt Ihnen mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft.

Herzlichen Glückwunsch